Abschied von der Heimat meines Mannes

Früher (teilweise noch bis in die letzte Generation hinein) waren die Lebenswelten der Menschen in einem engen Radius angesiedelt. Meistens war es so, dass man in einem Dorf geboren wurde und dort auch verstarb.

Heute verhält sich das ganz anders: uns stehen alle Möglichkeiten, ja im wahrsten Sinne des Wortes die ganze Welt, offen. Was einerseits unterschiedlich geartete Chancen mit sich bringt, kann andererseits aber auch eine Bürde sein. Ein heimatlicher Ort, eine lange bekannte Region, ein festes Netz an Kontakten und Zugehörigkeiten, all dies vermittelt eine starke Beständigkeit und Sicherheit. Wie aufwühlend kann es doch sein, diese Strukturen zu verlassen um an einem fremden Ort neu zu beginnen. Heimat ist eben doch nicht nur da, wo das Herz ist, viele weitere Faktoren färben diesen Begriff.

Mein Mann lebte fast 30 Jahre in dem Dorf, in dem er auch geboren wurde und nun zieht er 800km weit weg nach Bayern, damit wir dort ein gemeinsames Leben in meiner Heimat führen können. In der Zeit, in der ich nun seine Heimatregion kennen lernen durfte, habe ich diese sehr zu schätzen und auch zu lieben gelernt.
Dort finden sich viele kleine Dörflein mit wunderschönen alten Fachwerkhäusern.

Ganz anders als ich es aus meiner heimatlichen Umgebung kannte, aber trotzdem sehr heimelig und beschützend.
Nicht nur der Baustil der Region übt auf mich eine große Faszination aus, auch die Inneaufteilung sowie die Einrichtung der Häuser sind sehr detailiert und ansprechend gearbeitet.

Ich wünsche meinem Mann von Herzen, dass er auch in meiner Heimat heimisch werden kann, Orte entdecken wird, die seine Seele berühren und dass wir gemeinsam Freundschaften und Zugehörigkeiten finden werden. Auf jeden Fall werden wir die Verbindung in seine Geburtsregion immer aufrecht erhalten.

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